Projektwoche "Hospiz macht Schule" an der Grundschule Hiddenhausen

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Jeden Morgen wird zu Beginn das Lied „Der Himmel geht über allen auf“ gesungen, wobei ein gemeinsam geknüpftes Band weiter gereicht wird.
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Am ersten Tag steht das Thema Wandlung Was verändert sich alles im Leben? Wie verändern wir uns?
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Der zweite Tag steht unter dem Thema Krankheit: Die Kinder sammeln Krankheiten, die sie dann pantomimisch darstellen ...
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... anschließend kommen zwei Krankenschwestern zu Besuch, um die Fragen zu beantworten, die die Kinder sich zuvor überlegt haben.
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Kleingruppenarbeit am 3. Tag:
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Die Aufgaben des Bestatters werden gesammelt.
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Danach malen die Kinder ihre Vorstellungen, was nach dem Tod mit der Seele geschieht.
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Bilder von Jenseitsvorstellungen
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Thema Trauer am 4. Tag: Mit Fingerfarben Gefühle malen ...
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... und gemeinsames Betrachten der Bilder.
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Anschließend werden Blumentöpfe bemalt und mit einer Bohnenranke bepflanzt.
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Wie eine Trauernde muss diese lernen, sich neu zu verwurzeln und bekommt eine Stütze zum Anlehnen.
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Am 5. Tag geht es um das Thema Trost. Hier überlegen die Kinder sich, wem sie einen Trostbrief schreiben und wie man einen Menschen trösten kann.
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Dann bereiten die Kinder eine Präsentation für die Eltern vor, ...
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... die nachmittags im Rahmen eines kleinen Festes die Woche abschließt.

"Ich fand's toll, dass die Krankenschwestern heute da waren", sagt ein Mädchen am zweiten Tag auf die Frage der Tagesleiterin danach, was heute besonders gut war. Einer der Jungen fand besonders gut, "dass wir heute Krankheiten spielen durften".

Die Rede ist von dem Projekt "Hospiz macht Schule", das von fünf ehrenamtlichen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Hospizgruppe am Lukas-Krankenhaus an der Paul-Maar-Grundschule in Hiddenhausen durchgeführt wurde. Dieses Projekt wurde vor ca. zehn Jahren von der Bundeshospizakademie entwickelt und seither schon ca. 600mal mit Erfolg an verschiedensten Grundschulen Deutschlands durchgeführt. Es geht hierbei darum, den Schülern und Schülerinnen der 3. und 4. Klasse in Grundschulen die Thematik von Sterben, Tod und Trauer näher zu bringen, um ihre Angst zu verringern und einen natürlichen Umgang damit zu lernen.

Eine Woche lang werden die Kinder in einem gut aufgebauten Konzept durch die Thematik geführt, wobei spielerische und erlebnisbezogene Methoden der Themenerarbeitung den Vorrang vor einer theoretischen Wissenvermittlung haben. Es beginnt mit dem ersten Tag: "Werden und Vergehen", am zweiten Tag ist das Thema: Krankheit und Leid" dran, es folgen "Sterben und Tod", "Vom Traurig-Sein" und "Trost und Trösten".

Kindern bietet die Durchführung der Projektwoche eine präventiv vorbereitende Unterstützung bei evtl. Erfahrungen von Tod, Trauer und Abschied. "Jetzt habe ich keine Angst mehr vor dem Tod", berichtete ein Mädchen einer Ehrenamtlichen ganz erleichtert. Aber auch die Schulverantwortlichen stehen in der Situation von Krankheit und Tod von Großeltern oder gar Eltern oft vor der Frage: Sprechen wir das Geschehene offen an oder ist es besser, von Tod, Trauer und Abschied nicht zu sprechen? Insofern bedeutet dieses Angebot der Hospizdienste auch eine Unterstützung der Grundschulen, in ihrem pädagogischen Konzept eine offene Haltung in Krisenzeiten zu bewahren und damit Bewältigungs- und Lebenspotential zu gewinnen.

In einem kleinen Abschiedfest am letzten Tag werden den Eltern die von den SchülerInnen erarbeiteten Ergebnisse der Woche einschließlich eines kleinen Tanzes präsentiert, beim anschließenden Buffet haben die Eltern dann auch noch Gelegenheit, mit den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Hospizgruppe ins Gespräch zukommen. Die Frage einiger Kinder: "Kommt Ihr mal wieder?" zeigt denn auch, dass die "Hospizler" gern gesehene Gäste waren, die auch selbst im nächsten Jahr sicherlich gerne wieder mit dem Projekt "zu Besuch" kommen.

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